Auf den Spuren der Eiszeit

Mit dem Rad durch den Hümmling – Mischung aus Natur, Geschichte und Geologie

Sehenswertes

Mit dem Rad durch den Hümmling – Mischung aus Natur, Geschichte und Geologie

Die erste ganze Frühlingswoche des Jahres. Die Sonne scheint, die Temperaturen klettern endlich wieder nach oben – und bei uns kribbelt es gewaltig in den Beinen. Nach Wochen grauen Winterwetters steht fest: Die Fahrräder müssen raus. Also satteln wir spontan auf und machen uns auf den Weg durch den Hümmling – auf der rund 60 Kilometer langen Geopark-Route „Spuren der Eiszeit“.

Unser Einstiegspunkt liegt in Spahnharrenstätte – wobei sich die Strecke dank ihres Rundkurses eigentlich von jedem Ort entlang der Route beginnen lässt.

Unsere Räder tragen uns durch die Grundmoränenlandschaft des Hümmlings, die einst von mächtigen Gletschern geformt wurde. Für uns Einheimische wirkt das zunächst gar nicht spektakulär – das sanfte Auf und Ab der Landschaft gehört einfach dazu. Doch mit dem Wissen über die eiszeitliche Vergangenheit schauen wir plötzlich anders auf Felder, Wälder und Wege.

Und bei genauerem Hinsehen entdecken wir tatsächlich überall Spuren der Eiszeit. Große Findlinge und steinreiche Felder erzählen von einer Zeit, als gewaltige Gletscher diese Region formten.

Besonders deutlich wird die steinreiche Vergangenheit des Hümmlings auch an den zahlreichen Großsteingräbern entlang der Strecke. Mehr als sechs dieser beeindruckenden Anlagen liegen auf oder nahe der Route. Immer wieder steigen wir vom Rad, lehnen es kurz an einen Baum und schauen uns die steinernen Zeugnisse aus der Jungsteinzeit genauer an.

Nicht weniger beeindruckend ist der Koloss von Hüven. Der gewaltige Findling zeigt eindrucksvoll, welche Gesteinsbrocken die Gletscher einst aus Skandinavien bis ins Emsland transportiert haben. Vor Ort erklären Infotafeln die geologische Geschichte des Hümmlings – und halten den Bezug zum Geopark während der gesamten Strecke präsent.

In Werpeloh entdecken wir das Plakat, das auf den Erlebnistag mit Eröffnung des Geologischen Gartens aufmerksam macht. Hier können wir am Palmsonntag bestimmt noch tiefer in geologische Besonderheiten eintauchen. Denn am Nachmittag des 29.03.2026 bereitet Werpeloh ein tolles Programm vor: Rund- und Spaziergänge auf den Spuren von Pater Matthäus und vorbei an Kunstobjekten mit Blick ins Batakhaus – das hört sich spannend an. Eine Dorf-Ralley mit anschließendem Kaffee und Kuchen ist perfekt für einen Familiennachmittag inkl. des Angebots von Mal- und Bastelaktionen für Kinder – ein Termin, den wir uns notieren und weitersagen.   

Heute geht es für uns erst einmal weiter auf dem Rundweg: wir radeln vorbei am Naturreservat Theikenmeer, am barocken Schloss Clemenswerth und an der Hüvener Mühle.  Über die Mühle Bruneforth gelangen wir zum Erinnerungsort Wahn. Gefühlt wartet alle paar Kilometer die nächste Sehenswürdigkeit auf uns. Wer hier zügig durchfahren möchte, braucht eine gute Portion Selbstdisziplin – wir besitzen sie an diesem Tag eher nicht.

Nach rund 60 Kilometern rollen wir schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Unsere Köpfe sind voller Eindrücke, und plötzlich fühlt sich der Hümmling gar nicht mehr ganz so vertraut an. Wir haben ihn aus neuen Blickwinkeln erlebt – als Landschaft, die von der Eiszeit geformt wurde und bis heute ihre Geschichten erzählt.

Die Mischung aus Natur, Geschichte und geologischen Besonderheiten macht die Tour besonders abwechslungsreich und perfekt für alle, die nach der Winterpause wieder in Fahrt kommen möchten oder die vielen Sehenswürdigkeiten des Hümmlings auf einer einzigen Route entdecken wollen.

Knotenpunkte der Radtour – Spuren der Eiszeit mit Start am Schloss Clemenswerth:
48, 61, 85, 30, 02, 32, 04, 75, 87, 05, 31, 90, 65, 74, 83, 15, 33, 52, 01 92, 18, 51, 64, 48

Moor & mehr – Geschichten aus den Naturparken

Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum 

In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
 
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.  

Abenteurer in der Heimat

Gleich zwei Naturparke hat das Emsland – den Naturpark Hümmling und den Naturpark Bourtanger Moor-Veenland, dessen Gebiet bis in die Niederlande reicht. Das Geburtstagsjahr feiern die Naturparke unter anderem mit Geschichten zu „Moor & mehr“. Neben MoorOrten, MoorMenschen und MoorWissen machen auch die Heimatabenteurer auf Besonderheiten aufmerksam, die sie auf Rad- und Wanderwegen entdecken. Neugierig auf „Moor & mehr“ teilen sie die Erlebnisse ihrer Abenteuer-Ausflüge in unserer Heimat und berichten über ihre Erfahrungen. Heute sind sie auf den „Spuren der Eiszeit“ unterwegs – eine rund 60 Kilometer lange Radtour, die durch den Geopark Emsland lenkt. Auf den Internetseiten des Naturparks www.huemmling.de und des www.geopark-emsland.de gibt es die Eindrücke zum Nachlesen, ebenso wie auf den Sozialen Kanälen des Naturparks Hümmling (@naturpark_huemmling) und der Heimatabenteurer (@Die_Heimatabenteurer).

Heimatabenteurer
Die Heimatabenteurer
22. März 2026

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© Emsland Tourismus GmbH, Schöning Fotodesign | KI-optimiert | CC-BY-SA
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